Max Philipp Schmid, Basel

Lilianes Übungen

3–Kanal-Videoinstallation mit Sound, Dauer: 4 Minuten

Artists Statement:
Es gibt keinen anderen Gesichtsausdruck, der im öffentlichen Leben so präsent ist wie das Lachen. Sei es auf Plakatwänden, auf Bildschirmen, im Laden – es wird gelacht und gelächelt. Scheinbar ist das Lachen ein unverzichtbares Schmiermittel für die Gesellschaft und im speziellen für den Konsum. In seiner Häufung bekommt es etwas Imperatives, Unausweichliches. Seine Herstellung und Abbildung haben industrielle Dimensionen erreicht. Dabei verkommt das Lachen zu einem Code für Positi- vismus. Seine unberechenbaren, anarchischen Seiten, seine dunklen, ja sogar bösen Varianten werden ausgeblendet. Es wird vergessen, dass Lachen ein Ausdruck und kein Gefühl ist. Und diesem Ausdruck können unterschiedlichste Gefühle zugrunde liegen. In der Installation wird das Lachen seziert, multipliziert, zerstückelt und wieder zusammengesetzt, bis der eindeutige Code einer mehrdeutigen, rätselhaften Eruption weicht. Stimm- und Mimikfragmente werden so zu Bausteinen für eine Komposition, die das Lachen bis in seine expressiven und klanglichen Untiefen auslotet.

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