Von Tulum aus konnten wir ausserdem innert kurzer Zeit (drei Stunden pro Weg) nach Chichen Itza fahren, um die dortige berühmte Mayaruine mit der grossen Pyramide zu bestaunen.
Die ganze Anlage von Chichen Itza ist infrastrukturell so eingerichtet, dass täglich Zigtausende Touristen versorgt werden können. Gnadenlos. Dennoch war es natürlich sehr eindrücklich, all die Monumente zu sehen, die dieses Volk mit unglaublicher Präzision gebaut hat. Die Pyramide übrigens ist so ausgerichtet, dass jeweils in der Tagundnachtgleiche ein Schattenspiel in Form einer Schlange erscheint. Und bestimmte Tempel sind so angelegt, dass man von oben mit normaler Stimme sprechen kann und unten bis in jede Ecke gehört wird. Der Ballspielplatz (Pelota) sei der grösste in ganz Mexico und hat ein siebenfaches Echo. Was die Zahl Sieben in der Mayakultur bedeutet hat, muss ich nochmals nachlesen. Aber es muss etwas mit Mais zu tun haben, wie alles bei den Mayas.
Unser Guide konnte uns in seiner Begeisterung viele Details erklären und dennoch blieb das Gefühl zurück, dass 99 Prozent der Aussagen rein spekulativ waren. Diese Kultur wurde radikal zerstört und das Wissen, das die Mayas aufgebaut haben – über 5000 Jahre hinweg (?) – ging fast gänzlich verloren. Viele Erkenntnisse über die Bauten wurden per Zufall entdeckt, z.B. dass zweimal im Jahr die Sonne exakt durch zwei Fenster der Sternwarte scheint oder eben die akustischen Phänomene all dieser Tempel. Ich vermute, dass die Archäologen vor lauter Begeisterung über die erstaunlichen Bauten immer wieder in die Hände geklatscht und auf diese Weise die seltsamen, pfeifenden Echos gehört haben. Die ganze Menschenopfergeschichte wurde scheinbar von den Zapoteken eingeführt. Dazu bauten sie eine grosse Bühne, deren Seitenwände mit Totenschädeln verziert ist. Geopfert zu werden sei eine grosse Ehre gewesen. In der nahegelegenen Süsswasserquelle wurden scheinbar viele mit Gold und Edelsteinen behängte Gebeine gefunden. Dies könnte ebenfalls eine Ursache für den Untergang der Mayas und Zapoteken gewesen sein. Mit Leichengift verseuchtes Trinkwasser?

Hauptpyramide

Astronomisches Observatorium

Skizze unseres Tourguide Lichteinfall im Observatorium



Pelota der grösste Ballspielplatz Mexicos

Goal vermutlich



Cenote Süsswasserquelle und Opferort


Die grosse Opferungsbühne



Verzierung der Opferungsbühnenwand




Das berühmte Mayaprofil und wie es gemacht wurde