Joshua Tree & Twentynine Palms


In der Diaschau von Andrea Zittel im Schaulager sah man einen farbigen Berg. Diesen suchen wir nun. Wir fahren einem grossen Salzsee entlang, an dem es so stark windet, dass uns das Sandwich beim Picknick aus den Händen geschleudert wird. Die Luft stinkt nach verwesenden Algen aus dem kranken See. Dennoch fahren wir beharrlich weiter, bis wir in einem kleinen, abgelegenen Ort landen und fast nicht mehr daran glauben, dass es dort etwas Sehenswertes gäbe. Doch dann – aus der Ferne – leuchtet etwas mitten in dieser Wüstengegend. Je näher wir kommen, umso unglaublicher wirkt alles. Wir fahren in das Areal und steigen etwas schüchtern aus dem Auto aus. Bald nähert sich uns ein älterer freundlicher Herr: Leonard Knight. Er arbeitet seit ca. 25 Jahren an seiner Vision und empfängt täglich 100 Besucher (an Wochenenden 700), wie wir erfahren. Er zeigt uns stolz seine Bauten und wir dürfen sogar über den „yellow path“ auf den Berg gehen. Seine Botschaft ist klar - God is Love - und ich bin tief beeindruckt von seiner Passion und Energie. Wie alle BesucherInnen dort. Wir fahren entlang dem Salzsee zurück und nach Twentynine Palms, einem Ort am Joshua Tree National Park. Dort übernachten wir in einem „Motel 6“, was für die nächsten Tage immer wieder unsere Anlaufstelle sein wird, einfach an anderen Orten. Das Motel ist ziemlich gross für die Gegend und überraschend voll. Ich erkundige mich nach dem Grund und erfahre, dass dort ein Armeestützpunkt ist und die SoldatInnen auf einen Einsatz in der Wüste vorbereitet werden. Gerade wird wieder eine grosse Anzahl von ihnen nach Irak oder Afghanistan geschickt. Viele Angehörige sind nach Twentynine Palms gereist, um sich zu verabschieden. Wir reisen weiter durch spektakuläre Landschaften in Richtung Grand Canyon nach Flagstaff.